Mit Zittersieg zum Klassenerhalt

Mo, 25. April 2016 12:08

Von: NW - Finkemeyer

Handball-Verbandsliga: Die HSG Spradow schafft nach 23:24-Rückstand in der 58. Minute noch einen 25:24 (12:10)-Erfolg gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck II. Till Orgels fünfter Treffer verhindert den Abstieg

Goldener Wurf: Till Orgels Treffer zum 25:24 gegen den TuS 97 II 20 Sekunden vor Spielende rettet der HSG Spradow den Verbleib in der Verbandsliga. Fotos: Ulrich Finkemeyer

Am Ziel: Trainer Markus Hochhaus (3. v. r.) und die HSG Spradow bejubeln den Klassenerhalt.

Bünde. Zittriger hätte der Weg zum endgültigen Klassenerhalt für die HSG Spradow nicht sein können. Nach recht solidem Spiel mit vielen kleinen Führungen geriet Spradows Offensive nach Daniel Danowskys Tor zum 23:21 in der 50. Minute, in eine ernsthafte Krise. Satte acht Minuten gelang kein Treffer mehr. Zwei halbherzige Versuche von Dennis Borcherding und Danowsky verpufften in der immer wieder variabel deckenden Gästeabwehr, wie auch ein Anspielversuch von Danowsky auf den gut abgeschirmten Kreisspieler Frederik Iffland.

Hätte nicht Daniel Habbe in seinem letzten Spiel für die HSG viermal bravourös gehalten, der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II wäre nicht erst in der 58. Minute durch Tim Richter mit 24:23 zum dritten Mal (nach 1:0 und 2:1) in Führung gegangen.

Beinahe Totenstille herrschte nun auf der mit rund 180 Zuschauern gut besetzten Tribüne in der Siegfried-Moning-Sporthalle. Spradow sah sich am Abgrund zur Landesliga. "Zwei Minuten vor dem Ende habe ich uns eine Etage tiefer gesehen", gab Vorsitzender Horst Droese seine Gemütslage preis. Markus Hochhaus nahm die überfällige Auszeit. Was der HSG-Trainer seinen Spielern gesagt hat, ist nicht überliefert. Jedenfalls traten die Spradower jetzt selbstsicherer auf als in den Minuten zuvor. Wie selbstverständlich brachte sich Spradows Halblinker, Julian Peitzmeier, in der Angriffsmitte gezielt in Wurfposition: 24:24. Nachdem Torwart Daniel Habbe Jöllenbecks Linksaußen, dem vierfachen Torschützen Tim Werning, ein weiteres Mal den Weg zum Spradower Tor verwehrt hatte, kam Till Orgel 20 Sekunden vor dem Ende, analog zu Julian Peitzmeiers Treffer, halbrechts auf Mitte gekreuzt zum finalen Torwurf: 25:24. Der Jubel auf dem Spielfeld wie auf der Tribüne, kannte keine Grenzen mehr, als der Gast seinen letzten Angriffsversuch verdaddelte. Die weitere Zugehörigkeit zur Verbandsliga war endgültig in trockenen Tüchern.

Erfolgstrainer Markus Hochhaus sprach sodann von einem "Psycho-Spiel", in dem seiner Mannschaft die "Lockerheit" aus dem Hörste-Spiel gefehlt habe, was aber auch schon ein "Endspiel" war, wie "jedes Spiel der Rückrunde". Hochhaus ist "stolz auf die Mannschaft", dass sie so mitgezogen und den Klassenerhalt aus "eigener Kraft" und damit "definitiv verdient" geschafft habe. Und seine Mannen gaben so viel Lob zurück, indem sie den wahren Vater des Klassenerhaltes mit einem kollektiven Akt mehrfach in Richtung Hallendecke hoch leben ließen.

Spradow - TuS 97 II 25:24 (12:10)

HSG Spradow: Habbe, Giese; Iffland (2), Orgel (5), Danowsky (5/2), Peitzmeier (8), Borcherding (4/1), Potthoff (1), Hohnsträter, D. Langer, M. Langer, P. D. Rausch, P. Rausch, Volsdorf.

TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck II: Seliger, Trittin (ab 31. Minute); Sokol, Richter (4), Kristen (1), Kleibrink (3), Nolte, Steinschmidt, Sternberg, Klusmann (7), Werning (4), Zimmerling (3/2), Braunheim (2).

Zeitstrafen: 3 gegen Spradow (Danowsky, Borcherding, Potthoff), 1 gegen TuS 97 II (Kristen).

Siebenmeter: 6/5 (Danowsky scheitert an Seliger) : 3/2 (Nolte scheitert an Habbe).

Schiedsrichter: Marcel Machill / Oliver Kupper (Gütersloh / Spexard).

Zuschauer: 180.

Torfolge: 0:1, 1:2, 4:2 (6. Minute), 5:3, 5:5, 7:5 (15.), 8:6, 9:9 (25.), 12:9, 12:10 (30.), 14:11 (34.), 18:15 (43.), 18:17, 19:19 (47.), 23:21 (50.), 23:23 (57.), 23:24 (58.), 24:24 (59.), 25:24 (60.).

 

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